Die Disziplinen der Nordischen Kombination
Neues Reglement im Test 2009/2010
Der Skiweltverband testet während dem Sommer Grand Prix ein neues Reglement für die Nordischen Kombinierer und die Skispringer. Mit den Versuchen sollen neue Erkenntnisse gewonnen werden, um den Sport fairer und sicherer zu machen. Ob sich schließlich tatsächlich partielle Veränderungen des Weltcup-Reglements ergeben, ist nicht sicher. Es könnten auch sämtliche Ansätze verworfen werden.
Das sind die bedeutenden Neuerungen:
Die Anlauflänge soll variabel gestaltet werden und der Wind-Korridor der Vergangenheit angehören.
Bislang bestimmte der beste Athlet des Feldes die Anlauflänge, mit der alle Springer innerhalb eines Durchgangs über die Schanze geschickt wurden. Während dabei Ausnahmekönner weit flogen, rutschten andere gerade einmal über den Tisch. Hinzu kam der Einfluss des Windes, der manche Sportler so weit fliegen ließ, dass sie den Sprung nicht mehr stehen konnten. Es ist bekannt, was ein Meter/Sekunde (m/sec) Rücken- oder ein m/sec Aufwind an Weite ausmacht. Dieser so genannte „Wind-Korridor“ wird nun individualisiert.
Jetzt wird mit der Anlauflänge und dem Wind gleichermaßen variabel gearbeitet.
Was die Anlauflänge in Metern wert ist, wird mit einer Formel ermittelt, bei der der Bau der Schanze eine Rolle spielt. Da die Anlagen unterschiedlich sind, muss jeweils auch von einer anderen Berechnungsbasis ausgegangen werden, dem so genannten „f-Wert“. Der f-Wert drückt aus, was auf der jeweiligen Schanze 1 m Anlauflänge in gesprungenen Metern ausmacht (Großschanze: 1 m Anlauflänge = 5 Meter Sprungweite). Da die Lukenabstände oft kleiner als ein Meter sind, ändert sich dahingehend auch der f-Wert (Lukenabstände 60 Zentimeter = Sprungweite 60 Prozent vom f-Wert).
Als Beispiel: Wenn auf einer Großschanze Springer B aufgrund von einsetzendem Aufwind im Vergleich zu Springer A von einer 50 Zentimeter tiefer gesetzten Luke anfährt, so sind seinem Punktwert weitere 4,5 Punkte hinzuzufügen (50 % von 1 m Anlauflänge/5 m Sprungweite sind 2,5 m x 1,8 Punkte; Punktwert für jeden gesprungen Meter = 4,5). Fährt nun Springer C aufgrund von einsetzendem Rückenwind im Gegensatz zu Springer A von einer 50 cm höher gesetzten Luke an, so sind von seinem Punktwert 4,5 Punkte abzuziehen.
Die Windbedingungen spielen dabei weiterhin eine Rolle. Nun sollen diese aber für jeden Athleten individuell und zeitnah berechnet werden. Der erste Springer liefert dabei einen Basiswert. Hat der nächste Springer bessere oder schlechtere Verhältnisse, ändert sich entsprechend auch sein Parameter. Ähnlich verhält es sich mit dem Anlauf. Was eine Anlauflänge in Metern wert ist, ergibt sich wiederum von Schanze zu Schanze, da jede Anlage anders gebaut ist.
Als Beispiel: Auf einer Großschanze mit 130 m erreicht ein Springer 119,5 m, wobei der Mittelwert der gemessenen Windkomponenten 1,55 m/sec Rückenwind betragen hat. Der Weite ist nach einer neuen Windformel auf halbe Meter gerundet 7,5 m zuzuzählen. Damit ergibt sich für den Springer ein Meterwert für eine Weite von 127 m angerechnet.
Regeländerungen ab 2008/2009
Die Nordische Kombination geht mit neuem Profil in die Saison 2008/2009. Für einen zeitgemäßeren Auftritt haben die Winterzweikämpfer ihr Programm reformiert: Kompaktere Wettkämpfe und die Kopplung an den Skisprung sollen die Sportart attraktiver für Medien und Sponsoren machen.
Im Rahmen der diesjährigen Sommer-Grand-Prix wurde das neue Format getestet – für gut befunden und von der FIS als offizielle Disziplin in der Nordischen Kombination bestätigt. Seit dem Winter 2008/2009 wird es im Einzelwettkampf nur noch einen Sprung und im Anschluss einen 10km Langlauf geben. Dabei gilt weiterhin die Gleichung 15 Punkte = 1 Minute beim Wechsel von der Schanze in die Loipe.
Eine Änderung erfolgte allerdings bei der Punktevergabe für den Sprung. Auf der Großschanze ist jeder Meter nach der neuen Berechnung 1,5 Punkte wert – statt wie bisher 1,2 Punkte. Bei der Normalschanze bleibt alles wie gehabt: 2 Punkte pro Meter für die Athleten. Diese Wertungsgrundlage wird für alle Wettkämpfe, im Einzel sowie im Team, herangezogen und gilt zudem für die Massenstart-Konkurrenz, die bei der WM 2009 in Liberec zum letzten Mal ausgetragen wird.
Zusammengefasst gestaltet sich der Ablauf für die Kombinierer nach der neuen Regelung so: Am Freitag sind zwei Trainingssprünge angesetzt, danach folgt ein Qualifikations-Durchgang. Dieses Ergebnis kann gegebenenfalls an beiden Wettkampftagen (Samstag und Sonntag) als Wertungsgrundlage für den anschließenden 10 km Lauf dienen, falls ein Springen in einer der beiden Konkurrenzen nicht möglich sein sollte. Die Regelung ist allerdings auf ein Weltcup-Wochenende beschränkt.
Konzentrierter Zweikampf
Beitrag im Partner Magazin zu den Neuerungen in der Nordischen Kombination.
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Individual Gundersen
Bei diesem Wettbewerb müssen die Athleten einen Sprung auf der Normal- oder Großschanze (75 bis 120 m - K75 - K99 1 Meter = 2 Punkte / > K99 1 Meter = 1,5 Punkte) und einen 10-km-Langlauf absolvieren. Der Wettbewerb wird in der Regel innerhalb von einem Tag ausgetragen, bei widrigen Verhältnissen kann auch der Probesprung vom Vortag als Werungsgrundlage herangezogen werden. Beim Springen steht seit der Saison 08/09 nur noch ein Durchgang auf dem Programm. Die Laufrückstände ergeben sich aus den Punktabständen der einzelnen Athleten. Eine Minute entspricht 15 Punkten.
Die Startreihenfolge für den Langlauf ergibt sich aus der Gundersen-Methode, bei der der Sieger des Springens zuerst startet, danach folgen die weiteren Athleten im Abstand der berechneten Zeitabstände. Der Läufer, der als erster das Ziel erreicht, hat den Wettkampf gewonnen.
Team-Wettbewerb
Hier werden ein Team-Springen und ein Staffellauf über jeweils 4 x 5 Kilometer ausgetragen. Dabei wird das Springen wie in der Einzelkonkurrenz in einem Durchgang bewertet. Die Sportler springen in den jeweiligen Platznummer-Gruppen, die sie von der Teamleitung erhalten haben. Nach dem Springen werden die Punktergebnisse addiert. Im Staffel-Langlauf wird ebenfalls nach der Gundersen-Methode gestartet. Bei 4 x 5 km entsprechen 40 Punkte einer Minute.
Im Weltcup sind nur Teams startberechtigt, die mindestens einen Athleten unter den besten 40 der aktuellen Periode platziert haben.
Quelle: in Auszügen www.nordic-combined.com

