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Erneuter Angriff auf das Gelbe

14.11.2008

Ronny Ackermann sieht in der geänderten Wettkampfform eine Herausforderung. Artikel in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 12. November 2008.

HALLE/MZ. Endlich Schnee! Kombinierer Ronny Ackermann ist mit seinen Auswahlkollegen dem Winter entgegengeflogen. Seit Wochenbeginn trainieren die besten nordischen Zweikämpfer des deutschen Verbandes auf der Schanze von Lillehammer und in der Loipe von Susjön in den norwegischen Bergen.

"Das ist der wichtigste Vorbereitungslehrgang für diese Saison. Danach weiß ich, wo ich stehe", misst Ackermann dem zweiwöchigen Ausflug in den Schnee große Bedeutung bei. Der Thüringer, der die Randsportart Nordische Kombination mit seinen zum Teil spektakulären Siegen in Deutschland wieder salonfähig gemacht hat, ist gespannt auf diesen vorolympischen Winter. Von WM-Medaillen will der vierfache Weltmeister nicht reden. "Wir haben eine neue Wettkampfform. Mal sehen, wie ich damit zurecht komme", erklärt der 31-Jährige seine Zurückhaltung. Ab sofort geht es nur noch einmal auf die Schanze zur Weitenjagd und danach in die zehn Kilometer lange Laufspur. Bisher hatten die Kombinierer mit dem Einzelrennen, Sprint und Massenstart mehrere Optionen auf ein Erfolgserlebnis.

Lange Vorbereitungszeit
Der Terminkalender ist durch die Regeländerung allerdings nicht übersichtlicher geworden. Im Gegenteil. "Wir haben nun sogar ein Drittel mehr Wettkämpfe", berichtet Ackermann. Der scharfe Start erfolgt in gut zwei Wochen mit dem Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo. Bis 15. März hält die Wettkampfserie die Duathleten des Winters in Atem.

Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass die Saisonvorbereitungen bereits Ende April begonnen haben. Davor hatte sich der Weltcupsieger gerade mal eine vierwöchige Auszeit genommen. In die passte ein Urlaub auf den Malediven, ein paar Einsätze bei Benefiz-Fußballspielen und bisweilen eine Partie Golf. Und er genoss die Freizeit mit seiner Lebensgefährtin in Oberhof bzw. der Familie in der Rhön. Danach erfüllte der Oberfeldwebel der Bundeswehr schon wieder seinen Dienstauftrag "Trainieren!"

Die Chemie stimmt
Die Langlauf-Einheiten absolviert Ackermann hauptsächlich am Oberhofer Stützpunkt. Und zum Sprungtraining trifft sich die Nationalmannschaft meist bei Lehrgängen. Mit Bundestrainer Hermann Weinbuch weiß der Leitwolf der deutschen Kombinierer den idealen Trainer an seiner Seite. "Er kennt mich seit meinem 12. Lebensjahr. Das erklärt wohl alles", sagt Ackermann. Auch zwischen ihm und seinen Auswahlgefährten stimmt die Chemie, obgleich er sich mit ihnen im Wettkampf packende Duelle liefert. "Wir verbringen zwei Drittel des Jahres miteinander. Das funktioniert nur, wenn man sich versteht", erklärt Ackermann.

Wer im Jahr eins nach der Neuordnung der Disziplinen zu den Favoriten und damit seinen stärksten Konkurrenten zählt, steht für Ackermann noch in den Sternen. "Die Leistungsdichte ist hoch", will sich der Sportler des Jahres 2005 nicht in Spekulationen verlieren. Und an Olympia 2010 denkt er auch noch nicht. "Ich will vor allem eins: mich weiterentwickeln", sagt Ackermann. Die Ski für immer in die Ecke zu stellen ist für ihn ebenfalls noch kein Thema. Warum auch, sein Sport fasziniert ihn wie am ersten Tag. "Beim Springen ist Schnellkraft und Risikobereitschaft gefragt, beim Langlauf eine hohe Ausdauerbelastung. Die Kombination finde ich sehr reizvoll", begründet Ackermann seine sportliche Leidenschaft.

Von Petra Szag / Mitteldeutsche Zeitung, erschienen am 12.11.2008