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Startschuss in die Olympia-Saison

25.11.2005

Für Ronny Ackermann, Doppelweltmeister von Oberstorf 2005, beginnt der Weltcup zu einem Zeitpunkt, an dem der 28-jährige Thüringer nicht einmal die Hälfte der ursprünglich geplanten Anzahl an Sprüngen absolviert hat. Grund: der ausbleibende Schnee in der Vorbereitung. Der brachte die Nordischen Kombinierer bezüglich ihrer Trainingsplanung deutlich in Verzug. „70 Sprünge sind das normale Pensum, bisher habe ich 25 – und das war es, “ sagt Ackermann, der am Freitag seinen ersten Wettkampf in der Saison bestreitet. Die Wetterverhältnisse an der Schanze hatten diese Woche weitere Tests verhindert. Am Dienstag musste das Training aufgrund starker Winde abgebrochen werden, das offizielle Training am Donnerstag fiel aufgrund schlechter Bedingungen aus und auch für das Wochenende sind die Aussichten unbeständig.

Da ist es doch positiv zu vermelden, dass angesichts so vieler Unsicherheitsfaktoren bei Ronny Ackermann, der für den Rhöner WSV Dermbach startet, zumindest eines feststeht: Der Sprungschuh ist gefunden. „Ich habe mich für ein Paar entschieden. Wir haben den Stiefel noch ein wenig verändert und jetzt komme ich ganz gut damit zurecht. Die ersten Weltcups will ich mit diesem Material durchziehen, dann sehen wir weiter“, sagt der Thüringer und beendet vorerst die Diskussion um sein Schuhwerk. Bei den Skiern greift er auf bewährtes Material zurück.

Ob es am Wochenende schon zum großen Sprung an die Spitze reicht, ist aufgrund der wenigen Möglichkeiten zu Tests unter Wettkampfbedingungen schwer einzuschätzen. Das sieht auch der Gesamtweltcup-Zweite aus der vergangenen Saison so: „Beim Laufen sehe ich nicht das Problem. In den vergangenen Wochen habe ich eine konditionell gute Basis aufgebaut. Bei den letzten Sprüngen in Rovaniemi waren ein paar gute dabei, jetzt muss man sehen wie es läuft. Am Sonntagabend bin ich schlauer“.

Und da bis zu den Olympischen Spielen in Turin noch beinahe drei Monate vergehen, kann Ronny Ackermann dem Saisonhöhepunkt vergleichsweise entspannt entgegensehen. „Wir haben sicher noch zu tun bis Februar, aber ich sehe es als positiv, noch Reserven im Leistungsvermögen zu haben. Da mache ich mich jetzt nicht verrückt.“ Maximal sechs Athleten dürfen die Reise nach Turin antreten, es gelten die üblichen Qualifikationsnormen, die das Nationale Olympische Komitee (NOK) vorgibt (Platzierung unter den besten Acht oder zweimal ein Rang unter den Top 15). Eine Startplatzgarantie hat – laut Trainer Hermann Weinbuch  – niemand, nur weil er die Norm erfüllt. Ronny Ackermann hat den Anspruch, mehr zu sein als die Norm. In Kuusamo will er ein erstes Zeichen setzen.