Positves Fazit

Der Absprung ist der springende Punkt – Sommer- GrandPrix Fazit

05.09.2007

Nachdem nun auch die letzten drei Sommer- GrandPrix- Stationen hinter Ronny liegen, ist natürlich ein logischer Zeitpunkt gekommen, diese Wettkampfphase mit Weltcupcharakter zu resümieren.

 

Alles in allem ist Ronny mit dem Sommer- GrandPrix zufrieden. Seine persönliche Standortbestimmung hat stattgefunden, und der Routinier ordnet die von den Ergebnissen sehr unterschiedlichen Wettkämpfe in seinen Erfahrungsfundus ein.

 

Seine Einschätzung beginnt Ronny mit dem Laufen:

Gerade mit dieser Disziplin ist er nach der harten Phase Grundlagenausdauertrainings in Neuseeland durchaus im Reinen.

Für eine genaue Einschätzung im SGP taugen aber in Ronnys Augen nur der Berglauf von Klingenthal und der bergige Kurs von Bischofshofen.

Bei den anderen, gerade mit Inlineskates sehr schnellen Strecken, ist der Erfolg oft von einer guten Gruppe mit Windschatten abhängig.

Da sind die Rennen auf Skates wohl eher mit Radrennen vergleichbar als mit Skilanglaufrennen.

Aber die selektiven, bergigen Kurse machen Ronny optimistisch.

 

Der Grund, warum sich der Weltmeister aktuell nicht konstant Top-Ten oder auf dem Siegerpodest platziert, liegt auf der Schanze und dort ziemlich genau an der Absprungkante:

Dennoch gibt es positive Aspekte.

Die Anfahrtsposition, eine Baustelle vergangener Jahre, ist laut Ronny sehr gut.

Die Fakten, sprich Anfahrtsgeschwindigkeiten, unterstützen diese Aussage. Hier ist Ronny schon wieder weit vorn angekommen.

 

Der komplexen Bewegungsablauf im Absprung und kurz danach muss neu automatisiert werden.

 

Früher gelernte, erfolgreiche Bewegungsmuster funktionieren nicht mehr, weil das Skispringen in den vergangenen Jahren viele Regel- und Materialänderungen erfahren hat. Die Sprungtechnik muss sich daran anpassen.

 

Hier stehen gerade die erfahreneren Sportler vor der Aufgabe, lange trainierte Automatismen zu überwinden und neu zu lernen.

Jüngere Springer haben salopp gesagt, weniger zu vergessen...

Besonders im Falle des Absprungs, der im 1/10 Sekundenbereich passiert, muss alles in Fleisch und Blut übergegangen sein. Nachdenken geht da nicht.

Wer denkt, ist quasi schon „drübergefahren“.

 

Angesichts dieser Schwierigkeiten ist es schon manchmal erstaunlich, dass Ronny nicht weiterzurückfällt. Hier hilft er sich mit seiner Erfahrung und dem oft attestierten, außergewöhnlichen Fluggefühl.

 

Wenn es passt, ist er sofort ganz vorn dabei, aber die Stabilität der Sprünge wird sein Schwerpunkt im kommenden Vierteljahr werden.

 

Die guten Sprünge von Berchtesgaden, den ersten Sprung in Bischofshofen und manchen Trainingssprung muss sich Ronnys Unterbewusstsein als Schablone, als neues Muster einprägen.

Dann geht es weiter vor als Platz 11 im Sommer- GrandPrix.

Dann fliegt auch der Spaß wieder weiter mit als im Moment.

 

Die abgeschlossene Sommerwettkampfserie war eine wichtige, wertvolle Station auf dem Weg durch die kommende Saison zu den künftigen Wettkampfhöhepunkten.

 

Peter Anacker