Kombination im Umbruch

04.06.2008

Der 46. FIS Kongress in Kapstadt brachte dem Deutschen Skiverband gut gefüllte „Auftragsbücher“ für den kommenden Weltcupwinter: Mit voraussichtlich 21 Weltcupwettbewerben werden in der Saison 2008/09 so viele Ski-Weltcups in Deutschland stattfinden wie nie zuvor. Beschlossen wurden aber auch einige Wettkampf-ModifikationenÖ

Bei den Kombinierern, der traditionsreichsten nordischen Disziplin und Keimzelle des Sports, gab es die größten Veränderungen. Sie wird organisatorisch enger an das Skispringen angebunden, um noch häufiger als bisher beide Sportarten gemeinsam an einem Ort durchführen zu können und international populärer zu werden.

Die Aufgabe der übergreifenden Koordinierung übernimmt Walter Hofer, der bereits seit Jahren als Racedirector für die Skispringer verantwortlich zeichnet. In Deutschland rangierte die Kombination bei den TV-Einschaltquoten im vergangenen Winter immerhin an Platz vier hinter Biathlon, Skispringen und Eisschnelllauf, aber noch vor Langlauf und Ski alpin.

Abgesagt wurde komplett der seit vielen Jahren zum internationalen Wettkampfkalender der Kombinierer gehörende Sommer-Grand Prix. Dafür sollen in der letzten Juli-Woche in Hinterzarten, Einsiedeln und voraussichtlich Oberstdorf drei Test-Wettkämpfe nach den geplanten Regel-Änderungen durchgeführt werden. In Zukunft wird es nach den Plänen generell nur noch Kombi-Wettkämpfe mit einem Durchgang auf der Schanze und dem Langlauf über 10 Kilometer - vergleichbar mit dem bisherigen Sprint - sowie Team-Wettkämpfe geben.

Im Oktober wird dann der FIS-Vorstand endgültig darüber beschließen. Das wäre de facto das Ende des Gundersen-Wettkampfs (2 Sprünge, 15 km Lauf), der ältesten Disziplin. Für die WM 2009 in Liberec sind aber neben Sprint und Team auch noch Gundersen und Massenstart ausgeschrieben.

«Die geplanten Veränderungen sind natürlich massiv. Damit besteht aber die Riesenchance, die Kombination weltweit populärer zu machen. Deshalb waren wir bereit, auch einige Kompromisse einzugehen», sagte Hermann Weinbuch, der auch Mitglied des zuständigen FIS-Komitees ist. «Das sind schon krasse Einschnitte, über deren Auswirkungen bis hin zur Traininggestaltung wir noch nachdenken müssen. Gut wäre es, wenn wir durch die Veränderungen wieder mehr teilnehmende Nationen hätten», kommentierte der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann.

Geplante Weltcuptermine in Deutschland:
27.12. Oberhof
28.12. Oberhof
03.01. Schonach
04.01. Schonach

Vorbehaltlich weiterer Abstimmungsgespräche zwischen Deutschem Skiverband, FIS und TV-Partnern ist darüber hinaus ein zusätzlicher Weltcup am 24./25. Januar 2009 in Ruhpolding geplant. 

Quelle: DSV vom 1. Juni 2008