Foto: Picture-Alliance

Ronny reist „vorsichtig optimistisch“ nach Liberec

13.02.2009

Alles andere als optimal – so kann man die Vorbereitung von Ronny Ackermann auf die anstehende WM in Liberec wohl treffend bezeichnen. Ein Virus legte den Gesamtweltcup-Sieger mehrere Wochen lahm. Wettkampfpause, Comeback, dann wieder Pause. Dabei war nicht nur unklar, woher die Infektion überhaupt kam, die Krankheit hielt sich zudem hartnäckiger im Körper als anfangs vermutet. In Seefeld zwangen die Folgen des Virus – unter anderem ein zu hoher Puls – Ronny zum vorzeitigen Abbruch des Rennens. „Ich laufe von Beginn an am Anschlag, das hält man nicht durch“, resümierte der Weltmeister geknickt.
 
In Absprache mit dem Bundestrainer wurde beschlossen, auf einen Start in Klingenthal zu verzichten. Eine bittere Pille für Ronny, der nach Oberhof und Schonach jetzt auch den dritten und letzten Weltcup auf heimischem Boden in dieser Saison absagen muss. „Ich wäre sehr gerne gestartet, aber es macht im Hinblick auf meine derzeitige Verfassung keinen Sinn. Zwei Wettkämpfe so kurz vor der WM hätten mich wahrscheinlich kaputtgemacht.“ Dieses Risiko wollten weder Athlet noch Trainer eingehen. Für Ackermann, der bereits am Sonntag nach Liberec reisen wird, zählt jetzt nur noch die WM. „Es ist ein Pokerspiel“, sagt er und meint konkret: „Entweder reicht die Zeit noch, um körperlich und kopfmäßig fit zu werden, oder eben nicht. So einfach ist das.“

Dabei stimmen die Tendenzen der vergangenen Woche den Thüringer vorsichtig optimistisch. Er habe nur leicht trainiert, den Schwerpunkt auf die Regeneration gelegt. Auch gesprungen ist Ronny nur einmal – aus Erfahrung weiß er: Wenn man es mit dem Springen überzieht, kann mentale Müdigkeit entstehen. „Das kann ich derzeit gar nicht gebrauchen“. Einen Gang zurückzuschalten hat ihm gut getan. „Mein Gefühl ist, dass es mit meinem Puls langsam besser wird“, sagt Ronny und übt aber gleichzeitig Zurückhaltung in seinen Erwartungen. „Ich muss mir nichts vormachen, es wird verdammt knapp“. Gleichwohl hofft er: „Wenn es gestern und heute besser geworden ist, warum soll es in den nächsten Tag nicht noch weiter bergauf gehen?“
 
Recht hat er. Und was soll`s – unmotiviert zu einem Saisonhöhepunkt zu fahren nach dem Motto „antreten, um zu verlieren“, ist nicht Ackermanns Sache. Dafür hat er in seiner langen Karriere schon zu viele Widrigkeiten überwinden müssen. „Bei mir ist alles immer irgendwie kompliziert“, rekapituliert er. Es wäre aber auch nicht der Sportler und Typ Ronny Ackermann, wenn es einfach wäre.