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Aller guten Dinge sind drei

02.03.2008

Kurzes Schulterklopfen der Teamkollegen, dann gönnte sich Kombinierer Ronny Ackermann eine "persönliche Feierstunde" im Wald. "Ich verarbeite Erfolge immer mit Verzögerung. Ich muss erst einmal abschalten", begründete der Gesamtweltcup-Gewinner seinen Jogging-Ausflug. Anschließend gab es am Wachscontainer eine kleine Feier. Nachdem der Sprint in Lahti wegen zu starken Windes abgesagt werden musste, stand der dritte Weltcup-Gesamtsieg des Thüringers nach 2002 und 2003 auch rechnerisch fest.

In den beiden noch ausstehenden Rennen in Oslo ist der viermalige Weltmeister von der Konkurrenz nicht mehr einzuholen. "Ich konnte es zuerst gar nicht richtig glauben. Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass an diesem Wochenende schon alles klar ist", meinte der 30-jährige Ackermann, als er die Gratulationen der Teamkollegen über sich ergehen ließ. "Ich wäre lieber angetreten. Ich bin gut in Form und hatte mich eigentlich auf den Wettbewerb gefreut."

Der große Kämpfer Ackermann zeigte aber sofort seinen Charakter: "Jetzt freue ich mich eben auf das Abschluss-Wochenende in Oslo. Da zählen Siege immer besonders, und außerdem gibt es neben der großen Kristallkugel auch noch kleine für die Siege in den Teildisziplinen zu gewinnen. Da will ich schon noch mitmischen."

In Ronny Ackermann gewann der mit Abstand ausgeglichendste Nordische Zweikämpfer des aktuellen Winters die große Kristallkugel. In 10 von bislang 18 Weltcuprennen stand der 30-Jährige auf dem Siegerpodest, dreimal auf der obersten Stufe. Und ein 11. Platz, den er vor einer Woche gesundheitlich angeschlagen in Zakopane absicherte, steht als schlechteste Leistung zu Buche.

"Der Ronny hat einen super Winter hinter sich und ist ein würdiger Gesamtsieger. Er ist für die jahrelange harte Arbeit belohnt worden", meint Hermann Weinbuch. Nach zweijähriger Durststrecke mit der Enttäuschung der verpassten olympischen Einzelmedaille in Turin als Tiefpunkt sieht der Bundestrainer seinen Musterschüler nun für seine Energie und Einsatzbereitschaft belohnt.

Weil durch diverse Modifikationen an Anzug und Skimaterial Ackermanns Sprungstil nicht mehr den modernen Gegebenheiten entsprach, musste der Routinier sein langwieriges erlerntes und quasi automatisiertes Sprungsystem komplett umstellen. Zudem veränderte er vor dem aktuellen Winter auch den Laufstil, um die vorhandene Kraft effektiver einsetzen zu können. "Diese komplexe Technik-Umstellung war sehr schwierig", resümierte der Coach. "Aber jetzt ist der Ronny wieder voll konkurrenzfähig." Das hat man in dieser Saison deutlich gesehen.

Artikel zum Gesamt-Weltcupsieg von Ronny auf zdf.online