Ronny Ackermann - alle Weichen auf Erfolg

Wer im Hochleistungssport an der Spitze steht, hat in der Regel einen langen und einen entbehrungsreichen Weg hinter sich. Der Weg von Ronny Ackermann war besonders steinig und von Höhen und Tiefen geprägt.

Anfänge im Rhöner WSV
Ronny stand schon mit fünf Jahren zum ersten Mal auf Skiern, er versuchte sich zunächst als Skilangläufer im Trainingszentrum des Rhöner WSV. 1984 wechselte er dann zur Nordischen Kombination und ging 1991 schließlich nach Oberhof, um am Sportgymnasium zu trainieren und die Schulbank zu drücken. Nachdem er 1997 sein Abitur am Sportgymnasium in Oberhof abgelegt hatte, wechselte er zur Bundeswehr, ließ sich zum Hauptfeldwebel ausbilden und gehört dort der Sportfördergruppe an.

Unbändiger Siegeswille
Auf die Frage, ob sein Herz nicht verrückt spiele, wenn er nach der Saison fünf Wochen Urlaub macht, antwortete Ronny Ackermann in einem Fernsehinterview einmal: "Ich bin ein sehr guter Entspanner!" Eine persönliche Einschätzung, die sein Trainer Hermann Weinbuch, selbst erfolgreicher Kombinierer vergangener Tage, bestätigt: "Das Verrückte bei Ronny ist: Bei all seinem Ehrgeiz schafft er es dennoch, sich eine gewisse Lockerheit zu bewahren." Sein unbändiger Siegeswille und sein Trainingsfleiß, gepaart mit der Fähigkeit, den Hebel im Kopf umlegen zu können, ist das Erfolgsrezept von Ackermann, das ihn bei den Wettkämpfen zu einer Medaille verhelfen soll.

Vancouver vor Augen
In den vergangenen fünf Jahren hat der Thüringer quasi im Alleingang die Nordische Kombination in Deutschland zurück in die Weltspitze und in die Medien gebracht. Die Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf 2005 war der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: "Zweimal Golf, einmal Silber und das bei der Heim-WM - das ist das Größte! Diese Erfolge werden immer in meinem Herzen bleiben." Bei den Olympischen Spielen 2002 und 2006 landete Ackermann ebenfalls auf dem Siegertreppchen: Er sicherte sich im Einzel und zweimal mit dem Team Silber. In Vancouver 2010 peilt Ackermann wieder olympisches Edelmetall an.
Mit dieser Vorgabe möchte Ronny an seine großartige Saison 2007/08 anknüpfen, in der ihm etwas Einzigartiges gelungen ist: Als erster Kombinierer wurde er zum dritten Mal hintereinander Weltmeister – mit diesem Triumph ist er der erfolgreichste deutsche Winterzweikämpfer aller Zeiten. "Ronny ist halt einmalig, ein echter Siegertyp", kommentierte Bundestrainer Weinbuch den großen Erfolg. Auch dem Weltcup 20007/2008 drückte Ackermann seinen Stempel auf. Mit insgesamt zehn Podestplätzen holte er sich bereits am vorletzten Saison-Wochenende zum dritten Mal nach 2002 und 2003 den Gesamtweltcup sowie ebenfalls zum dritten Mal die kleine Kristallkugel für die Gesamt-Wertung im Sprint.

Höhen und Tiefen
Ronny hat in seiner Karriere nicht nur Höhenflüge erlebt, sondern auch schon viele Täler durchschritten. Mitten in der diesjährigen Saisonvorbereitung stürzte der Dermbacher beim Trainingsspringen zum FIS Sommer Grad Prix in Oberstdorf schwer. Dabei kam er im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davon. Nur wenige Tage später begann er schon wieder mit leichtem Training. "In meiner Karriere hab ich schon viele kleinere und größere Rückschläge hinnehmen müssen – meinen Optimismus habe ich mir aber immer behalten und das bleibt auch so." Was die Dosierung seiner Einheiten angeht, will Ackermann zukünftig noch punktgenauer arbeiten: "Ich höre in mich hinein und mache das, was mein Körper mir sagt. So trainiere ich gezielter und mache dann Pausen, wenn ich mich platt fühle", erklärt er. Punktgenau agiert er auch in Sachen Material. Für diesen Winter hat er nach zahlreichen Tests umgerüstet. Über den Schanzentisch springt er künftig mit Atomic, in die Loipe hat er Rossignol-Ski an den Füßen.

Reize und Grenzen
Für Ronny Ackermann liegen die Reize der Nordische Kombination auf der Hand: „Neben dem risikoreichen Skispringen brauche ich den Kontrast zu der körperlichen Ausdauerbelastung im Skilanglauf“, sagt der 32-Jährige, der als Vorspringer beim Skiflugweltcup in Planica 2001 bei 196,5 Metern landete: „Ich wollte einfach wissen, wie es ist, so weit zu fliegen. Ein Lebenstraum!", kommentierte er den Ausflug in die Gefilde der Spezialisten dieser Disziplin. Gleichwohl haben ihn weite Sprünge schon immer fasziniert. "Ronny war noch nicht ganz zum Stehen gekommen, da ging der Kopf schon rum, um zu sehen, wie weit das war", erinnert sich sein Trainer aus Kindertagen, Eugen Eberle, vom Rhöner WSV. Seinen Heimatverein ist Ronny nach wie vor eng verbunden und er setzt die Prominenz seiner Person dafür ein, dass die mittlerweile unbrauchbaren Schanzen in Dermbach und Umgebung wieder hergerichtet werden. Doch nicht nur auf dem Schanzentisch holt sich der Formel-1-Fan gerne den Kick. Egal ob im R8 auf der Audi-Teststrecke oder mit weniger PS-starken Mobilen auf der Kartbahn – Ronny liebt die Schnelligkeit und geht gerne an die Grenzen.
Mittlerweile gehört noch ein anderes Gefährt mit zu den „Lieblingsvehikeln“ von Ackermann: der Kinderwagen. Im August 2009 wurden Ronny und seine langjährige Lebensgefährtin Annika, die sich im Mai auch das Ja-Wort gegeben haben, zum ersten Mal Eltern eines kleinen Sohnes. "Ein unbeschreibliches Gefühl, als ich Hugo das erste Mal in meinen Armen halten durfte – einfach ein kleines Wunder", schwärmt der frischgebackene Papa.

Ehrlich und direkt
Neben seinen sportlichen Erfolgen ist es vor allem seine direkte und ehrliche Art, die ihn zu einem sympathischen deutschen Wintersportler macht. Fairness gehört für ihn daher im Wettkampf zum obersten Gebot – trotz allem Siegeswillen. Durch sein offenes Wesen hat auch die Aufmerksamkeit der Wirtschaft auf sich gezogen. Unternehmen wissen die Bekanntheit und die Beliebtheit von Ronny Ackermann für ihre Marketingaktivitäten zu schätzen. So hat JOKA die Zusammenarbeit, die seit 2005 besteht, ausgebaut. "Ich schätze es sehr, einen Partner an meiner Seite zu haben, der mir nicht nur wertvollen wirtschaftlichen Rückhalt bietet, sondern bei dem ich gleichzeitig ehrliche Begeisterung für meinen Sport spüre", sagt der dreifache Gesamt-Weltcupsieger, der von JOKA auch als Testimonial für die Unternehmenskommunikation eingesetzt wird.